Meddis Nähkästchen

Daniel Holbe

Ich lebe mit vier Generationen Familie, einer Handvoll Katzen und zwei Minischweinen auf einem Bauernhof in der Wetterau. Dieses Landidyll tausche ich in meinen Büchern gegen den Frankfurter Großstadtdschungel ein, der nur wenige Kilometer von meiner Haustür entfernt beginnt.

Das kreative Schreiben an sich begann ich bereits nach der Grundschule, am leidvollsten in Erinnerung ist mir dabei ein Diktat, bei dem ich den Anschluß verlor und dessen Inhalt ich dann nach eigenem Ermessen zuende führte. Es folgten Kurzgeschichten in Schulheften und ein recht düsteres Gedicht in unserer Tageszeitung über die Folgen der Umweltverschmutzung. Ja, ich bin in den Achtzigern aufgewachsen, da machte man sich als Kind über sauren Regen und verstrahlte Pilze eine Menge Gedanken. Danach war mit dem Schreiben vorerst Schluß und auch den Gedanken, später einmal Journalist zu werden, verwarf ich irgendwann.

Ich verdingte mich als Kälte- und Klimafachmann, jobbte in einer Videothek, später dann studierte ich Sozialpädagogik und Sozialarbeit, parallel dazu arbeitete ich viele Jahre in diesem Bereich. Immer am Puls der Menschen, immer dort, wo Abgründe und Schicksale aufeinandertreffen.

Der Wunsch, einmal ein eigenes Buch zu schreiben, blieb bestehen und erfüllte sich schließlich im neuen Jahrtausend. Inspiriert von Dan Brown, veröffentlichte ich mit Die Petrusmünze mein Debüt und zwei Jahre später entschloß ich mich, angeregt u.a. von Andreas Franz, etwas in Richtung Krimi zu wagen, der in Hessen spielt. Dass Droemer Knaur mir zutraute, das literarische Erbe von Andreas Franz zu übernehmen, erwies sich als wegweisende Fügung. Ein halbes Jahr später erschien Todesmelodie.

Foto: Oliver Misof

Daniel Holbe im Netz: Daniel-Holbe.de